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Berliner Granitschale
Die Granitschale im Berliner Lustgarten und ihre Transportlogistik aus den Rauenschen Bergen

Wer heute auf dem Berliner Lustgarten steht und seinen Blick zum Alten Museum richtet, der wird direkt vor dem Aufgangsportal eine riesige Granitschale auf vier Marmorquadern stehen sehen und sich wahrscheinlich keine Gedanken machen, woher und wie diese gigantische Schale unter welchen Bedingungen an diesen Ort gekommen ist.
Gehen wir deshalb ein Stück in unserer Geschichte zurück und versetzen uns in den Anfang des 19. Jahrhunderts. Granit war zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Brandenburg ein beliebtes Baumaterial, weil er in größeren Mengen als heimatlicher Baustoff vorgefunden wurde. Dies war deshalb so, weil sich die Gletscherbewegungen des Eiszeitalters bis hier erstreckten und das ehemals skandinavische Inlandeis in Unmengen Gesteinsblöcke über riesige Distanzen transportierte.

Granitschale an ihrem heutigen Aufstellort vor dem Alten Museum im Berliner Lustgarten
Granitschale an ihrem heutigen Aufstellort vor dem Alten Museum im Berliner Lustgarten

König Friedrich Wilhelm III. war ein großer Anhänger granitener Schalen und sonstiger Baudenkmäler. Einer seiner Baumeister, Christian Gottlieb Cantian, hatte ihm schon mehrere derartige Granitschalen angefertigt; so auch für das Berliner Schloss mit einem Durchmesser von 1,90 Metern. Nun besagt die Geschichte, dass der englische Gesandte, der Herzog von Devonshire, eine wesentlich größere Granitschale in Auftrag gab. Dies ließ den Monarchen nicht ruhen. Er beauftragte in größter Unruhe den Baumeister Cantian mit der Anfertigung einer noch größeren Granitschale - zum Ruhme Preußens. Cantian machte sich auf und fand südlich der Stadt Fürstenwalde/Spree in den Rauenschen Bergen das Ausgangsmaterial.
Hier wurden durch die eiszeitlichen Gletscherbewegungen die größten Granitblöcke abgesetzt. Bekannt unter dem Namen "Markgrafensteine" waren zwei sehr große Steine vorhanden. Cantian entschied sich für den größeren von beiden. Dieser Granitblock hatte in seiner ursprünglichen Form ein ungefähres Volumen von 250 m³ bei einer Länge von 7,8 m, einer Breite von 7,5 m und einer Höhe von ebenfalls ca. 7,5 m. Aus diesem Stein konnte nun der Forderung des Königs entsprochen werden, und ein geforderter Durchmesser von 7 m in Angriff genommen werden.
Beginnend mit dem Monat Mai im Jahre 1827 wurde in aufwendiger Arbeit ( die Geschichtsschreibung spricht von teilweise bis zu 100 eingesetzten Handwerkern vor Ort) dieser gigantische Granitblock durch gewässerte Holzkeile in verschiedene Scheiben gesprengt. Die mittelste Scheibe war nach Cantians Ansicht gut geeignet, die geforderte Granitschale abzugeben.

Überreste des großen Markgrafensteines in den Rauenschen Bergen im gegenwärtigen Zustand; der größere Volumenanteil ist im Erdreich eingearbeitet. Die Absprengung erfolgte rechtsseitig im Bild.
Überreste des großen Markgrafensteines in den Rauenschen Bergen im gegenwärtigen Zustand; der größere Volumenanteil ist im Erdreich eingearbeitet. Die Absprengung erfolgte rechtsseitig im Bild.

So wurde die mittelste Scheibe (wahrscheinlich 70 - 80 Tonnen Masse) vor Ort von den Steinmetzen in Handarbeit bearbeitet. Nachdem die Rohform entstanden war, begann das eigentliche logistische Problem.
Die Lage des Markgrafensteines bzw. die Rohform der Schale lag mehrere Kilometer von der Spree entfernt, denn ein Transport über die unwegsamen Straßen schien nicht angeraten zu sein und außerdem: mit welchem Transportmittel sollte es landgeführt überhaupt gehen? Aber zuerst musste der Rohling aus den Rauenschen Bergen mit ihren Höhen von ca. 150 m an die Spree transportiert werden. Schneisen mussten in den Wald geschlagen werden. Eine nicht genannte Anzahl von Fichtenstämmen aus den Rauenschen Bergen dienten als Transportrollen. Der Untergrund musste ebenfalls befestigt werden. So wurde unter den rollenden Fichtenstämmen eine starke Bohlenbahn aufgebracht. Noch heute ist eine dieser Schneisen vorzüglich zu sehen und verdeutlicht den eingeschlagenen Transportweg.

Reste der Transportschneise in den Rauenschen Bergen zum Abtransport des Granit-Rohlings
Reste der Transportschneise in den Rauenschen Bergen zum Abtransport des Granit-Rohlings

An der Spree angekommen, wurde der Granitrohling auf einen speziellen Lastkahn abgelegt und in Richtung Berlin transportiert. Übrigens dauerte der Landtransport 6 Wochen! Soweit so gut!
Logistisch war aber nicht alles durchdacht. In Berlin angekommen, musste auch die Grünstraßen-Brücke im heutigen Stadtbezirk Mitte/Tiergarten durchfahren werden. Aber die logistische Kette wurde hier unterbrochen! Der Außendurchmesser des Granitrohlings erlaubte keine Durchfahrt, da die lichte Weite der Brücke kleiner war! So musste in mühsamer Handarbeit auf beiden Seiten der Grünstraßen-Brücke das Brückenmaterial ausgestemmt werden, um die Durchfahrt sicherzustellen. Am 6. 11.1828 war es dann soweit: der Rohling traf unter großem Publikumszuspruch in Berlin ein!

Die Grünstraßen-Brücke im heutigen Zustand - rechts und links musste aus dem Mauerwerk Material abgetragen werden, um die Durchfahrt des Granitrohlings zu sichern.
Die Grünstraßen-Brücke im heutigen Zustand - rechts und links musste aus dem Mauerwerk Material abgetragen werden, um die Durchfahrt des Granitrohlings zu sichern.

Es dauerte dann aber noch bis zum 10.11.1834, ehe die Endfassung der geschliffenen Granitschale ihren Platz im Lustgarten fand.
Übrigens gab es noch eine logistische Panne. Ursprünglich hatte Schinkel Pläne vorgelegt, mit dem Ziel, diese Granitschale in der Rotunde des Alten Museums zu integrieren. Aber auch hier erwies sich die einfache Addition der Maße in der Ablauffolge der logistischen Übermittlung als nicht richtig. Die geschliffene Granitschale passte nicht in die Rotunde. Deshalb können wir sie heute direkt vor dem Alten Museum bewundern. Ein kleiner Fehler mit großer Wirkung!

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Mittwoch, 13. Dezember 2017
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